2018

Logo Texte zum Kunsthandel 1933-1945 Caroline FlickBeide Aufsätze von 2018 habe ich als Originalbeiträge für die Seite im diesem Jahr verfasst – aus verschiedenen Gründen. Nach Arbeiten über die Hochpreisphase im Kunstmarkt 1940-43 am Beispiel des Berliner Auktionshauses Lange gelten sie wieder den Verwertungsverfahren bei entzogenen Gütern im nationalsozialistischen Staat.

Gemeinsam haben diese Aufsätze die Analyse der Verfahrensweisen der Vermögensverwertung des Oberfinanzpräsidenten Berlin Brandenburg.

Es ist wichtig, mehr über diese zu wissen, als Teil der Geschichte der nationalsozialistischen Finanzverwaltung wie als Teil der Realgeschichte unikaler Kulturgüter. Für die Provenienzforschung mit ihren Fragen nach der Herkunft von Kunst- und Kulturgut kristallisieren sich diese Verfahrensweisen als wirkungsmächtige Faktoren in der Nachkriegsgeschichte von Objekten heraus. Die Ergebnisse direkt benutzbar und zugänglich zu machen, halte ich für zweckgemäß. Deshalb stehen sie hier.

Verschieden ist jeweils das Hauptaugenmerk beider Aufsätze. Der eine befasst sich mit einem gesamten Bestand entzogenen Sachguts nach Emigration und zeigt die Teilung, Bewertung und Differenzierung zur Veräußerung zugunsten des Deutschen Reiches. Der andere befasst sich exemplarisch mit einem Kunstwerk und zeigt die Vorgeschichte, Entzug und Verwertung, die Verhandlungen der Wiedergutmachung und schließlich die aktuelle Ermittlungsgeschichte.

Der eine wurde dadurch angeregt, ein zweites Mal zu diesem Thema einen Vortrag vorzubereiten. Grund zum Schreiben war der Bedarf, die angesprochenen Elemente auch nachzuweisen und zu zeigen, wie sich die Enteignung durch das NS-Regime auf „eingezogenes Vermögen“ per Verwertung auf alle Kulturgüter einer zur Ausfuhr bestimmten Einlagerung in einer Spedition auswirkt.

Der andere Aufsatz ist mein persönlicher Beitrag zu „20 Jahre Washington Principles“ nach zehn Jahren wissenschaftlicher Arbeit in diesem Themengebiet.

Grund zum Schreiben war die Erkenntnis, die Akte zum Anfangstatbestand, der „Verfallserklärung“ des Vermögens bei Deportation, bereits seit zehn Jahren zu kennen, jedoch erst vor relativ kurzer Zeit den Verbleib eines darin enthaltenen Kunstwerkes feststellen zu können. Der Aufsatz geht deshalb dem Umgang mit diesem einen Kunstwerk nach und folgt ihm durch die Verhandlungen. In den sich dabei abzeichnenden Zeitebenen sind die Rückwirkungen auf unsere Chancen zur Ermittlung unikaler Güter zu erkennen.